Henry Perche: Die Heilung einer Fallsüchtigen.

Aus dem "Buch der Taten des Magisters Saint Luis", 15. Jh.

Henry Perche: Die Heilung einer Fallsüchtigen

Diese Seite aus dem Buch der Taten des Magisters Saint Luis aus der Normandie zeigt in mehreren Einzelepisoden die Heilung einer Frau, die seit ihrem zweiten Lebensjahr "sich nicht mehr aufrecht halten konnte".


Mehrere Einzelepisoden zeigen, über das ganze Bild verteilt, die Anfälle des Mädchens, deren Symptomatik vor allem durch das nach rechts gerichtete Überstrecken des Körpers gekennzeichnet ist ("tonischer Anfall"). Besonders eindrücklich ist der links in der Mitte dargestellte Anfall, dessen Dramatik über die gespannte gebogene Haltung des Köpers hinaus durch die "verkrampften" Arme, die aufgerissenen Augen und den leicht geöffneten Mund gekennzeichnet ist.

Die Darstellung links unten zeigt die junge Frau auf dem Boden liegend ausgestreckt wie eine Puppe. Der seitlich verrenkte Kopf steht im krassen Gegensatz zu den wohlgeordneten Haaren - vielleicht wollte der Maler das "so jung, so schön, so krank" unterstreichen.

Die dargestellte Symptomatik lässt übrigens durchaus an die Möglichkeit psychogener Anfälle des jungen Mädchens denken.


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